„Hohenzollern“
stand ganz im Mittelpunkt eines Leseabends des Kultur- und Tourismusvereins
Leibertingen mit Gunter Haug. Mit „Hohenzollernfreude“ begrüßte
Heinrich Güntner eine überaus großes Publikum im vollbesetzten
hohenzollerischen Thalheimer „Reuterstüble“. Begleitet von den historischen
„Hohenzollerischen Thalheimer Dorfmusikanten“ skizzierte Gunter Haug dann
ebenso unterhaltsam wie lehrreich das Leben seiner „Schicksalsfürstin“
Amalie Zepherine von Hohenzollern - Sigmaringen. Egal ob Geschichte lebendig
erzählend oder aus seinem „hautnahen“ Roman lesend, zog Haug dabei
die zahlreiche Zuhörerschaft sofort in seinen Bann. Schade, dass nach
eineinhalb Stunden der Buchedeckel schon geschlossen wurde, die begeisterten
Zuschauer hätten noch bis nach Mitternacht ausgehalten.
Drastisch erfahren haben
die Thalheimer dabei, dass ihr Hohenzollern schon längst in den gnädigen
Tiefen der Geschichte versunken wäre, wenn diese so gar nicht an den
Sigmaringer Fürstenhof passende Pariser Lebedame , eine geborene Salm
– Kyrburg, nicht mittels ihrer Beziehungen zu Napoleon Bonaparte
im Jahre 1806 die fast schon vollendete Einverleibung der Hohenzollerischen
Lande ins Königreich Württemberg verhindert hätte. Leichtlebig
und genusssüchtig zog die kaum Deutsch sprechende Fürstin in
der ersten Hälfte ihres Lebens das prunkvolle Paris dem provinziellen
Sigmaringen vor. Erst in ihren späteren Jahren wusste sie ihren Sigmaringer
Fürstenhof, in welchen sie aus Geldnot ihrer Familie eher „pro forma“
eingeheiratet hatte, zu schätzen. Doch ihr im Stich gelassener Gatte
Fürst Karl Alois wollte die Rückkehrerin aus Paris im Sigmaringer
Schloss nicht mehr sehen und verbannte sie in ein Palais nach Inzigkofen.
Als 81-Jährige starb Amalie schließlich zehn Jahre nach ihrem
Mann in Sigmaringen.
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