Gemeinderat aktuell
Gemeinderatssitzung 5.2.2000


SÜDKURIER: 5.2.2000:
Rat verabschiedet Haushalt: Schulden steigen erheblich an
676 000 Mark für Ankauf von Bauland eingestellt
Leibertingen (hps) Bei einer Stimmenthaltung billigte der Gemeinderat den Haushalt 2000 für die Heuberggemeinde. Gemeinderat Fritz Mayer enthielt sich der Stimme, weil er die eingeplante neue Pro-Kopf-Verschuldung nicht mittragen wollte. Der neue Etatplan hat einen Gesamtumfang von 10,5 Millionen Mark.
Der Haushaltsplan sieht im Verwaltungshaushalt 6,9 Millionen Mark zum Unterhalt gemeindlicher Einrichtungen, für die Finanzierung der Alltagsarbeit der Verwaltung oder die Zahlung der Kreisumlage vor. Im Vorjahr waren es 6,6 Millionen Mark. Der Vermögenshaushalt, aus dem die Gemeinde ihre neuen Projekte finanziert, liegt bei fast 3,6 Millionen Mark (1999 waren es fast 2,8 Millionen Mark).
Im Verwaltungshaushalt gibt es zwei Positionen, die sich im Lauf der kommenden Monate verändern können. Das sind die Personalkosten und der Forsthaushalt. Bei den Personalkosten geht die Verwaltung von einer Steigerung von zwei Prozent in diesem Jahr aus. Insgesamt muss die Gemeinde für Löhne 1,45 Millionen Mark ausgeben. 1999 lag diese Summe noch bei 1,4 Millionen Mark. Sollten sich bei den Tarifverhandlungen höhere Lohn- und Gehaltsabschlüsse ergeben, würde das auch den Leibertinger Haushalt berühren.
Die zweite allerdings noch sehr viel fraglichere Position ist der Waldhaushalt. Vor dem Weihnachtsorkan hatten die Forstleute für das Jahr 2000 einen Überschuss aus dem Wald für die Gemeindekasse von 168 000 Mark errechnet. Diese Summe steht nach wie vor im Haushaltsplan. Allerdings ist nach dem Orkan die Preis- und Nachfrageentwicklung auf dem Holzmarkt noch offen.
Die Wildenstein-Schule erhält in diesem Jahr mit 40 000 Mark ein höheres Budget als bisher. Die gleiche Summe stellt die Gemeinde für die weiterführende Bauleitplanung bereit. Einen großen Kostenbrocken stellt trotz der Senkung der Kreisumlage um einen Prozentpunkt immer noch der "Mitgliedsbeitrag" an die Kreiskasse dar. Weil die Steuerkraftsumme der Gemeinde gestiegen ist, muss die Gemeinde trotz der Senkung mehr Kreisumlage bezahlen als 1999. Zwar spart sie Gemeinde durch die Senkung 27 000 Mark, dennoch fällt die Kreisumlage um 54 000 Mark höher aus als im vergangenen Jahr. Insgesamt muss die Gemeinde für die Kreisumlage 811 000 Mark aufbringen.
Für die Sanierung des gemeindeeigenen Feldwegenetzes stehen in diesem Jahr 100 000 Mark bereit. Diese Summe ist auch in der Finanzplanung der kommenden Jahre vorgesehen. Zumindest bis 2003 rechnet die Verwaltung mit diesem Haushaltsposten in dieser Höhe.
Im Vermögenshaushalt spielt der Aufkauf von rund 95 000 Quadratmetern Bauland durch die Gemeinde die wesentliche Rolle. Dafür stehen in diesem Jahr 676 000 Mark bereit (der SÜDKURIER berichtete). Die Gemeinde wird sich deshalb in diesem Jahr weiter verschulden. Insgesamt billigte der Rat eine Neuverschuldung von 726 500 Mark. Schulden und Schuldendienst sollen sich in diesem Jahr auf insgesamt 868 000 Mark belaufen. Die Pro-Kopf-Verschuldung erhöht sich von 1 098 auf 1 424 Mark.

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