Die neu erstellte Kläranlage am Thalheimer Rainenberg
 
KLÄRANLAGE Thalheim-Altheim

TAG DER OFFENEN TÜR 
 Sonntag, 07.Oktober 2001 
ab 14.00 Uhr

Erneuerung der Abwasserbeseitigungsanlagen in Thalheim und Altheim 

Bürgermeister Armin Reitze 
begrüßt  die Gäste 
im aufgestellten Rundzelt

RP Tübingen: Herr Wolf     Planungsbüro: Herr Hertkorn

Klärwärter Adolf von Briel

Wasserwirtschaftsamt : Herr Ader
Ausgangssituation:
„Die Sammelkläranlage Leibertingen-Thalheim ist überlastet und entspricht weitestgehend nicht den mehr den anerkannten Regeln der Abwassertechnik ...“ -
dieser Satz aus einer  öffentlich rechtlichen Vereinbarung mit dem Landratsamt Sigmaringen vom Dezember 1995 – der für die damalige Kläranlage in Altheim genauso gilt - spiegelt die Ausgangslage für das wohl größte kommunale Investitionsvorhaben der vergangen Jahre wieder. Eine weitere bauliche Entwicklung war nur möglich, wenn dieses Abwasserproblem gelöst werden konnte.
Aufgabenstellung
Die zitierte Ausgangssituation machte es erforderlich, die Abwasserbeseitigungsanlagen für die rd. 240 Einwohner in Altheim und rd. 630 Einwohner in Thalheim auf einen aktuellen Stand zu bringen.
Verschiedenste Überlegungen wurden angestellt, wie die Abwasserbeseitigung organisiert werden könnte (verschiedene Kläranlagentypen, Anschluß an bestehende Anlagen). 
Lösung
Ergebnis dieser Überlegungen ist nunmehr die neue Sammelkläranlage im Gewann „Simmental“ in Thalheim mit vorgeschaltetem Regenüberlaufbecken 

Regenüberlaufbecken in Thalheim
und die Pumpstation mit Regenüberlaufbecken in Altheim. Die vorhandenen Kläranlagen in Thalheim und Altheim wurden abgebaut, die Betriebsflächen rekultiviert. Das Abwasser aus Thalheim läuft weiterhin im freien Gefälle zur Kläranlage, während das Abwasser aus Altheim mittels eines Pumpwerks „über den Berg“ gefördert wird. Diese Anlagen entsprechen den heute gültigen Anforderungen an eine geordnete Abwasserbeseitigung und leisten einen aktiven Beitrag  zum Umweltschutz.
Kosten
Allein für das Kläranlagenbauwerk in Thalheim lagen erste Kostenschätzungen bei 3,95 Mio. DM an Baukosten. Nach Ausschreibung der ersten Gewerke war eine Reduzierung der Gesamtkosten auf ca. 3,53 Mio. DM absehbar. Auf Basis dieses Betrages wurde dann auch eine Landeszuwendung bewilligt. Pumpwerk Altheim mit Druckleitung und Hauptsammler Thalheim mit Regenüberlaufbauwerk wurden als weitere Bauabschnitte mit geschätzten Kosten von 1,48 bzw. 1,71 Mio. DM in Angriff genommen, so dass sich die Kostenschätzungen auf insgesamt 6,72 Mio. DM beliefen. Hierauf wurden Mittel aus dem Förderprogramm Wasserwirtschaft mit insgesamt 5,37 Mio. DM bereitgestellt, so dass sich ein Eigenmittelbedarf von 1,35 Mio. DM errechnete.
In der Endabrechnung der Maßnahmen zeigte sich insgesamt sogar eine erfreuliche Reduzierung der ursprünglich angenommenen Kosten mitfolgenden Ergebnissen:

[in DM]                                                 Kosten      Zuwendung  Eigenanteil
Kläranlage Thalheim                               3.437.686  2.524.300     913.386
Hauptsammler, RÜB Thalheim                1.234.624  1.111.100     123.524
Pumpwerk und Druckleitung Altheim       1.366.830 1.084.000      282.830
Gesamtsumme                                         6.039.143 4.719.401   1.319.741

Insgesamt zeigt sich, dass eine solche Maßnahme aus Eigenmitteln der Gemeinde nicht finanzierbar wäre. Die bewilligten Landeszuwendungen (im Durchschnitt rd, 78 %) haben die Lösung der Abwasserproblematik erst möglich gemacht und bieten somit erst die Chance eine umweltgerechte Abwasserbeseitigung auch in ländlich Strukturierten Räumen mit ihren infrastrukturellen Nachteilen zu gewährleisten. Insofern gilt allen Behörden, die an der Genehmigung und Planung dieser Maßnahme und an der Bewilligung der Fördermittel mitgearbeitet haben unser besonderer Dank.
Ergebnis
Wenn wir die einzelnen Anlagen von außen betrachten, wird sich manch einer wundern, wo diese über 6 Mio. DM verbaut wurden. Dies liegt zum einen daran, dass wie so oft bei Tiefbauarbeiten die kostenintensiven Anlageteile unter der Erde „versteckt“ sind. Andererseits fügen sich die Betriebsgebäude harmonisch und unaufdringlich in die Umgebung ein, so dass die technische Seite der Anlage eher verdeckt als gezeigt wird.
Für die gute Zusammenarbeiten danken wir allen am Bau beteiligten Firmen und Büros und hoffen, dass die Anlage auf viele Jahre hinaus störungsfrei arbeitet.
 

Im Herbst 2000 geht die neue Kläranlage am Rainenberg mit 3 Reinigungsstufen in Betrieb Bereits einige Wochen zuvor wurde das Altheimer Abwasser über eine Pumpleitung eingeleitet
Ein Damm sperrt das "Litzelbach-Tal" gegen allfällige Überflutungen ab
Südlich neben dem Weg wurde ein Staukanal als Regenüberlaufbecken eingebaut
Das renaturierte Gelände der alten Kläranlage Die alte Kläranlage
Kanalgebühr: 2,10 DM / m³ Klärgebühr: 3,40 DM / m³