88637 Leibertingen             www.leibertingen.de

Mit der Endung –ingen gehört Leibertingen zu den Dörfern, die in der Zeit der allgemeinen Landnahme (3.Jh. n.Chr.) gegründet wurde. Die Höhlen an den Abhängen zur Donau waren bereits in der jungen Steinzeit (4000-1800 v.Chr.) menschliche Wohnstätten. Entsprechende Funde weisen auf eine Besiedelung in der Bronzezeit (1800-1000 v.Chr.), Grabhügel auf die Hallstattzeit (800-400 v.Chr.) und eine Viereckschanze auf die La Tenezeit (200 v.Chr.) hin. Urkundlich wird Leibertingen erst verhältnismäßig spät im Jahre 1275 erwähnt.

Bereits im Jahre 1567 ist in den Heiligenberger Rechnungsbüchern in Leibertingen eine Glashütte genannt. Im Jahre 1605 wird diese im Weiler Lengenfeld erwähnt, wo sie bis in die 50er Jahre des 17.Jahrhunderts bestand. Der starke Holzverbrauch dieser Glashütte hat den Charakter der Heuberglandschaft geprägt. Das Urbarmachen des Feldes für die Landwirtschaft korrespondierte mit dem Betrieb einer Glashütte. Daher wohl auch die Tatsache, dass Glashütten, nachdem das am Ort vorhandene Holz verbraucht war, an anderen Orten neu aufgerichtet wurden. Der Holzverbrauch für eine Glashütte war enorm. Für 100kg Glas wurden etwa 100-200 m³ Holz benötigt.

Die Leibertinger Kirche wurde, nachdem die alte entsprechend den Aussagen früherer Annalen zu klein geworden war, neu gebaut. Sie stand etwa am gleichen Platz wie die heutige, allerdings in Ost-West-Richtung. Im Jahr 1826 erfolgte unter Pfarrer Knecht die Benediktion der neuen Kirche und am 26.August 1833 wurde sie durch Weihbischof von Vikary geweiht und unter den Schutz der Apostelfürsten St.Petrus und St.Paulus gestellt.
Ganz in der Nähe der Pfarrkirche befindet sich das sogenannte "Pfarrhöfle", wohl eines der ältesten Gebäude in Leibertingen. In seinen Ursprüngen ist es ein sogenanntes "allemannisches Bohlenständerhaus". Nach umfangreicher Renovation ist dieses aus dem Jahr 1489 stammende Gebäude eine Bereicherung des Ortsbildes.
Zu allen Zeiten war das Geschick der Ortschaft Leibertingen eng mit der Burg Wildenstein verbunden. In einem Jahrbuch des Klosters Beuron wird 1077 erstmals urkundlich erwähnt. Die ersten Herren waren die Herren von Wildenstein. Mit Sicherheit darf angenommen werden, dass die günstige Lage schon früher zu einer befestigten Wohnstatt Anreiz geboten hat. Nähere Einzelheiten über die Burg sind dem Anhang zu entnehmen.

Der Weiler Lengenfeld, dessen Name und Ursprung wohl eng mit der abgegangenen Burganlage Lengenfeld in Verbindung steht, gehört seit eh und je zur Ortschaft Leibertingen. Seit dem Jahr 1724 besitzt Lengenfeld eine eigene Kapelle. Sie ist der Hl.Ottilie geweiht. Um das Jahr 1924 erwirkte Pfarrer Spitzmüller sogar die Zelebrationserlaubnis für dieses kleine Kirchlein. Der aus weißem Sandstein bestehende Altarstein stammt aus der im Jahr 1777 abgebrochenen St.Nikolaus-Kapelle im nahegelegenen ehemaligen Oberstetten. Im Dachreiter hängt ein anno 1758 gegossenes Glöckchen, das noch täglich seine Pflicht.
 
 


Quelle (Text): Informationsheft der Gemeinde Leibertingen - Herausgegeben vom Bürgermeisteramt in Leibertingen
(Bilder): Fremdenverkehrsbroschüre - Herausgegeben vom Bürgermeisteramt in Leibertingen